Was sie dir bringt
Ihre kleinen, sternförmigen Blüten glänzen wie Wachs, sitzen in gewölbten Dolden und duften stark, vor allem nachts1. Die dicken, halbsukkulenten Blätter können Wasser speichern1. Der Botanische Garten von Missouri nennt sie eine langlebige Zimmerpflanze2. Die Luft reinigt sie nicht messbar: Je nach Studie bräuchtest du zehn bis tausend Pflanzen pro Quadratmeter3.
Herkunft & Geschichte
Wild wächst sie von Südchina bis Laos und von Südjapan bis Taiwan, kletternd als Epiphyt oder auf Felsen, vor allem in den Subtropen5. Veröffentlicht wurde sie erstmals 1782 als Asclepias carnosa, als Hoya carnosa 18105.
Die Gattung ehrt Thomas Hoy, im späten 18. Jahrhundert Gärtner des Herzogs von Northumberland2. Carnosa heißt fleischig, nach den dicken Blättern4.
Vorsicht
Die Quellen sind uneins. Die ASPCA führt sie, unter der Sorte 'Krinkle Kurl', als ungiftig für Katzen und Hunde6, und eine Liste des Beratungsdienstes (Extension) der University of Nebraska nennt Wachsblumen ungiftig7. Die veterinärtoxikologische Datenbank der Universität Zürich stuft die ganze Pflanze als in Ausnahmefällen sehr stark giftig ein8. Hauptwirkstoffe der Wachsblumen sind Pregnane und Pregnanglykoside, die zum Teil vermutlich ähnlich wie Herzglykoside wirken. Für Vögel stuft die Datenbank Wachsblumen als sehr stark giftig ein und nennt sie eine gefährliche Pflanze für Ziervögel; bei Hunden und Katzen wurden bisher nur Magen-Darm-Beschwerden beobachtet9. Eine Einstufung durch ein Giftinformationszentrum für Menschen haben wir nicht gefunden. Die RHS nennt den Milchsaft giftig und rät zu Handschuhen, da er die Haut reizen kann1.
Pflege
Der RHS-Leitfaden gilt für Wachsblumen allgemein; sein Wintermindestwert gilt für diese Art.
Licht. Ein heller Platz, aber ohne heiße Sommersonne, die die Blätter verbrennen kann1. Der Botanische Garten von Missouri rät zu mindestens einem halben Tag direkter Sonne, NC State zu hellem, indirektem Licht2,4. Für Blüten braucht sie gutes Licht; sobald Knospen da sind, den Topf nicht mehr umstellen oder drehen2.
Wasser. Von Frühjahr bis Herbst regelmäßig gießen; die Erde feucht halten, aber ohne Staunässe, sonst können die Wurzeln faulen. Von Oktober bis Februar warten, bis sie ziemlich trocken ist, sie aber nie ganz austrocknen lassen1. NC State rät, die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen zu lassen und zimmerwarmes Wasser zu nehmen4. Als Faustregel heißt das im Sommer etwa einmal pro Woche.
Temperatur & Luftfeuchte. 16–24 °C im Frühjahr und Sommer, weg von Heizkörpern und kalter Zugluft; im Winter kühler, nachts mindestens 10 °C. Beim Wachsen mag sie keine trockene Luft: Stell sie auf einen Untersetzer mit feuchtem Kies1. Bei zu trockener Luft können Spinnmilben auftreten4.
Erde, Topf & Umtopfen. Eine sehr durchlässige Mischung, etwa zu gleichen Teilen Orchideenrinde, torffreie Universalerde und grobes Perlit. Sie kann mehrere Jahre im Topf bleiben, bis die Wurzeln ihn füllen; umtopfen im Frühjahr, in einen nur wenige Zentimeter größeren Topf1. Ein enger Topf stört sie nicht – nur nicht umtopfen, solange sie Knospen oder Blüten hat4.
Düngen. Sparsam: im Frühjahr und Sommer etwa alle zwei Wochen, am besten mit Orchideendünger, im Herbst und Winter einmal im Monat. Spül den Topf alle paar Monate mit klarem Wasser durch, damit sich keine Salze ansammeln1.
Extras
Die Blüten sind weiß bis rosa und behaart, bis zu 30 in einer Dolde4, und sie bilden klebrigen Nektar8. Zu den Sorten gehören 'Krimson Queen' oder 'Tricolor' mit cremeweißen bis rosa Rändern und 'Compacta' oder 'Krinkle Kurl' mit gefalteten, seilartigen Blättern4.


Symptome & Hilfe
| zu wenig | zu viel | |||
|---|---|---|---|---|
| Wasser | Blätter oder Blütenknospen fallen ab. → Von Frühjahr bis Herbst regelmäßig gießen; im Winter die Erde nie ganz austrocknen lassen. | Blätter fallen ab oder werden schwarz, Triebe sterben ab; die Wurzeln faulen. → Weniger gießen, Wasser immer ablaufen lassen. Bei Wurzelfäule rasch Stecklinge nehmen – sie erholt sich selten. | ||
| Licht | Sie blüht nicht. → Heller, mit etwas Sonne – aber ohne heiße Sommersonne. | Verbrannte Blätter. → Vor heißer Sommersonne schützen. | ||
| Dünger | Triebe welken und sterben ab. → Mit klarem Wasser durchspülen, nur sparsam düngen. | |||
| Wärme | Blätter fallen ab oder werden schwarz, Triebe sterben ab. → Im Winter nachts nicht unter 10 °C, keine kalte Zugluft. |
Zum Mitnehmen
- PflanzenkarteVorder- und Rückseite im Format A6 quer – zum Ausdrucken und Danebenstellen
- PDF ↓
Hinweise zu den Dateien: Drucken & Gravieren
Lizenz und Namensnennung für die Steckschilder: Lies-mich (TXT)
Quellen
- Royal Horticultural Society: How to grow hoya. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/hoya/growing-guide (abgerufen am 20.10.2026)
- Missouri Botanical Garden: Hoya carnosa. Plant Finder. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=b537 (abgerufen am 20.10.2026)
- Cummings, B. E. & Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology 30, 253–261. doi:10.1038/s41370-019-0175-9
- North Carolina State Extension: Hoya carnosa. North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/hoya-carnosa/ (abgerufen am 20.10.2026)
- Royal Botanic Gardens, Kew: Hoya carnosa (L.f.) R.Br. Plants of the World Online. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:107308-3 (abgerufen am 20.10.2026)
- ASPCA Animal Poison Control Center: Wax Plant (Hoya carnosa 'krinkle kurl'). Toxic and Non-Toxic Plant List. https://www.aspca.org/pet-care/aspca-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/wax-plant (abgerufen am 20.10.2026)
- University of Nebraska–Lincoln Extension in Lancaster County (2015): Toxicity of Common Houseplants. Horticulture fact sheet 031 (archived copy). https://web.archive.org/web/20241123081117/https://lancaster.unl.edu/hort/factsheets/031_toxicityhouseplants.pdf (abgerufen am 12.10.2026)
- Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich: Hoya carnosa. Arznei- und Giftpflanzen (CliniTox). https://www.vetpharm.uzh.ch/giftdb/pflanzen/0228_bot.htm (abgerufen am 20.10.2026)
- Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich: Hoya sp. CliniTox Pflanzengifte. https://www.vetpharm.uzh.ch/giftdb/pflanzen/0228_tox.htm (abgerufen am 20.10.2026)
- Royal Horticultural Society: Hoya carnosa. RHS Find a Plant. https://www.rhs.org.uk/plants/8852/hoya-carnosa/details (abgerufen am 20.10.2026)
- Singh, B. K., Greenberg, E. & Preiss, J. (1984): ADPglucose Pyrophosphorylase from the CAM Plants Hoya carnosa and Xerosicyos danguyi. Plant Physiology 74 (3), 711–716. doi:10.1104/pp.74.3.711
- Lüttge, U. (2004): Ecophysiology of Crassulacean Acid Metabolism (CAM). Annals of Botany 93, 629–652. doi:10.1093/aob/mch087
- Royal Horticultural Society: How to take cuttings from houseplants. RHS Growing Guide. https://www.rhs.org.uk/plants/types/houseplants/how-to-take-cuttings-from-houseplants (abgerufen am 14.10.2026)
- DelPrince, J. M. & Perry, J. H. (2021): Care & Selection of Indoor Plants. Mississippi State University Extension, Publication 1012. https://extension.msstate.edu/publications/care-selection-indoor-plants (abgerufen am 11.10.2026)
- Royal Horticultural Society: Palms: indoors. RHS Advice. https://www.rhs.org.uk/plants/types/trees/indoor-palms (abgerufen am 12.10.2026)
